Christian Klant, Fotograf: Nachhaltigkeit in Bildern

Christian Klant

Ob er einen Auftrag von einem großen Stromkonzern annehmen würde, müsste er sich schon sehr genau überlegen. Am liebsten bewegt sich Christian Klant im Bereich der Nachhaltigkeit – das Wohnzimmer seiner 6er WG in Berlin-Neukölln dient dem Fotografen dabei schon mal als Set.

Mit seinem Projekt „Gesichter der Nachhaltigkeit“ will der Wahlberliner das Thema Nachhaltigkeit greifbarer machen und die Personen vorstellen, die nachhaltige Projekte umsetzen. Er möchte Geschichten in Bildern erzählen, um sie vielen Menschen zugänglich zu machen.

Wir haben mit Christian über sein Projekt und „grünes“ Leben in der Hauptstadt gesprochen.

GreenInBerlin: Christian, deine Initiative „Gesichter der Nachhaltigkeit“ hat das Werkstatt N Label 2012 für nachhaltige Impulse erhalten – worum geht es in dem Projekt?

Christian: Ich habe mich gefragt, was das Thema Nachhaltigkeit so komplex, und deshalb manchmal schwer zugänglich macht. Das Ziel von „Gesichter der Nachhaltigkeit“ ist eine authentische, bildliche Darstellung von nachhaltigen Projekten. Im Vordergrund stehen soll dabei die Geschichte der Menschen, die dahinter stecken und ohne die ein solches Projekt nicht möglich wäre.

GreenInBerlin: Wen genau möchtest du vorstellen?

Christian: Es geht um Vorreiter der Nachhaltigkeit – ob es nun die Davids oder die Goliaths – frisch gestartete Entrepreneurs oder Mitarbeiter in Großunternehmen sind. Interessant sind zum Beispiel Träger von -relevanten- Nachhaltigkeitspreisen, aber das ist kein Ausschlußkriterium. Es sind natürlich auch Berliner dabei, aber wir schauen uns in ganz Deutschland um!

GreenInBerlin: Was sind die nächsten Schritte ?

Christian: Ich habe bereits Kontakt zu einigen Personen und Projekten hergestellt, die ich gern vorstellen möchte. Außerdem muss das Projekt-Team zusamengestellt werden. Ich bin als Fotograf dabei. Zur Zeit suche ich einen erfahrenen Autor, der den redaktionellen Teil übernimmt, und eventuell einen Projektkoordinator, der alle Fäden zusammenhält. Wer Interesse daran hat, an dem Projekt mitzuwirken kann gern mit mir Kontakt aufnehmen (Email an Christian). Die Umsetzung könnte entweder als Bildband geschehen, sofern sich dafür ein Sponsor findet. Ich kann mir aber auch vorstellen, das Projekt online zustellen – so wäre es auch einem größeren Publikum zugänglich. Auf jeden Fall soll Gesichter der Nachhaltigkeit ein fortlaufendes – z.B. jährliches – Projekt sein, das die neuesten Entwicklungen und Trends im Bereich Nachhaltigkeit dokumentiert.

GreenInBerlin: Du hast ja ursprünglich BWL studiert – wie bist du zur Fotografie gekommen?

Christian: Genau, ich habe mich während des Studiums mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und auch eine kleine Beratungsfirma gegründet. Mich hat vor allem interessiert, wie Mitarbeiter zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens beitragen können. Leider werden sie mit ihren Ideen in vielen Unternehmen kaum einbezogen. Als Hobby-Fotograf habe ich zunehmend Anfragen für kleinere private Fotostrecken bekommen. Ich habe dann einen Punkt gehabt, da habe ich beschlossen, hauptberuflich zu fotografieren, und meine Erfahrungen und Werte aus der Nachhaltigkeitsberatung einfließen zu lassen. Ich glaube, es ist viel wert, wenn ich mich als Fotograf mit dem Thema, was ich beleuchten soll, gut auskenne.

GreenInBerlin: Wie verbindest du Nachhaltigkeit und Fotografie?

Christian: Ich fotografiere beispielsweise Veranstaltungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Ausserdem habe ich vor kurzem ein Kampagnen-Shooting für ein Social Business gemacht. Dabei ging es um das Thema LED Licht. Ich bin eigentlich in ganz Deutschland unterwegs. Dabei ist es mir wichtig, meine Aufträge auch nachhaltig umzusetzen, zum Beispiel indem ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Set reise. Am besten ist es, wenn ich die gesamte Crew davon überzeugen kann.

GreenInBerlin: Wie ist Nachhaltigkeit zu einem Thema für dich geworden – wann hat es „Klick“ gemacht ?

Christian: Ach, lange bevor ich das Wort Nachhaltigkeit überhaupt kannte oder einordnen konnte. Ich bin einfach gern draussen in der Natur, im Wald, beim Klettern. Ich möchte, dass meine eigenen Kindern irgendwann die gleichen schönen Erlebnisse haben können wie ich.

GreenInBerlin: Wie versuchst du selbst Nachhaltigkeit umzusetzen?

Christian: Beruflich natürlich in meiner Rolle als Nachhaltigkeitsfotograf. Das bedeutet zwar nicht, dass meine  Projekte sich ausschließlich mit diesem Thema befassen. Es bedeutet aber sehr wohl, dass ich Projekte ablehnen würde, die dem Ziel von einer nachhaltigen Entwicklung widersprechen. Eine Kampagne für Atomstrom zum Beispiel käme absolut nicht in Frage. Ansonsten lebe ich im Neuköllner Rixdorf in einer 6er WG in der wir versuchen, einen nachhaltigen Lebensstil umzusetzen. Wir lassen uns einmal in der Woche von einer kleinen Bio-Einkaufsgemeinschaft in Friedrichshain (Anmerkung GreenInBerlin: Wurzelwerk Berlin) Obst und Gemüse per Fahrrad anliefern. Ich habe kein Auto und versuche, alle Wege mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

GreenInBerlin: Gibt es Situationen, in denen es dir schwerfällt?

Christian: Eigentlich nicht viele, ich sehe das eher sportlich und versuche Lösungen zu finden. Aber wenn zum Beispiel ein Job sehr viel Equipment erfordert, kann es schon mal sein, dass ich ein Auto mieten muss.

GreenInBerlin: Du hast Berlin zu deiner Wahlheimat gemacht..

Christian: Ja, ich bin eigentlich Kölner und bin seit 1,5 Jahren hier. Und ich habe vor, länger zu bleiben.

GreenInBerlin: Welchen „grünen“ Ort in Berlin würdest du empfehlen?

Christian: Das Wichtigste sind eigentlich die Menschen, mit denen man sich umgibt und die einen inspirieren, egal wo man ist. Aber wenn ich etwas empfehlen sollte, dann das Café Vux in der Richardstraße. (Anmerkung GreenInBerlin: Das Café Vux bietet vegane, hausgemachte Spezialitäten, fair gehandelten Biokaffee & Bio Trinkschokolade und Smoothies. Ab Ostern in der Wipperstr. 14.).

GreenInBerlin: Was würdest du dir für ein grünes Berlin noch wünschen?

Christian: Vielleicht genau das, was Green In Berlin gerade macht – einen Anlaufpunkt für alles grüne in der Hauptstadt.

GreenInBerlin: Vielen Dank für das Interview – vielleicht sehen wir uns ja im Juni auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung zur Vorstellung der Werkstatt N Projekte.

Links zum Interview:

 


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