Sustainability Talk: Die Orchestrierung lokaler Klimapolitik in der EU

Wann:
10. Mai 2017 um 16:00
2017-05-10T16:00:00+02:00
2017-05-10T16:15:00+02:00
Wo:
Raum 3.1c des Forschungszentrums für Umweltpolitik
Ihnestraße 22
14195 Berlin

Die Orchestrierung lokaler Klimapolitik in der EU: Treiber und Grenzen freiwilliger und indirekter Steuerungsinstrumente am Beispiel des Konvents der Bürgermeister.

Abstract:

Wo internationale Organisationen keinen direkten Zugriff auf lokale Klimapolitik haben, versuchen sie diese indirekt über zwischengelagerte Akteure und auf freiwilliger Basis zu steuern, d.h. zu orchestrieren. Verschiedene Initiativen wollen klimapolitischen Selbstverpflichtungen und Aktionspläne von Städten und anderen Gebietskörperschaften fördern, koordinieren und dokumentieren. Das Pariser Abkommen von 2015 erkennt diese Beiträge als integralen Bestandteil des globalen Klimaschutzregimes an. So lädt auch die Europäische Kommission lokale Regierungen mit dem Konvent der Bürgermeister dazu ein, sich zur Umsetzung der EU-Klimaziele zu verpflichten und über ihre Fortschritte zu berichten. Netzwerke lokaler und regionaler Gebietskörperschaften managen den Konvent im Auftrag der Kommission; sie werben bei ihren Mitgliedern für den Beitritt zum Konvent und bieten Unterstützung bei der Umsetzung an. Mit mehr als 7.000 Unterzeichnern ist der Konvent die größte Selbstverpflichtungs-Plattform seiner Art. Die Betrachtung des Konvents als ein Governance-Arrangement zur Orchestrierung richtet das Augenmerk auf die hier ausgetauschten politischen Ressourcen und verweist auf die Treiber und Grenzen des scheinbaren Erfolgsmodells. Kommunalverbände nutzen die Anerkennung durch den Konvent als Ressource für die lokale Führung und im Wettbewerb mit anderen Gebietskörperschaften. Im Laufe der Zeit jedoch beschränken wechselnde politische Prioritäten und mangelnde Unterstützung seitens des Konvents ihr Engagement. Innenpolitische Rahmenbedingungen wie nationale Klimapolitiken und die territoriale Organisation bleiben entscheidend für die lokale Klimapolitik. Die Theoriebildung zur Orchestrierung mittels freiwilliger Selbstverpflichtungen sollte dies einkalkulieren und den Einfluss nationaler Rahmenbedingungen und zeitlicher Faktoren angemessen würdigen.

Das öffentliche FFU Colloquium ist als Brown Bag Seminar konzipiert: Aktuelle Forschungen zur Analyse von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitiken werden vorgestellt. Teilnehmer*innen sind überwiegend Mitarbeitende und Promovierende des FFU, die Veranstaltung steht aber allen Interessierten offen. Vortragende geben eine Einführung zu aktuellen laufenden, geplanten oder frisch abgeschlossenen Forschungen und stellen diese zur Diskussion. Teilnehmer*innen sind herzlich eingeladen, sich einen Mittagssnack – ein Sandwich o.ä. – mitzubringen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung findet ab 16:00Uhr in Raum 3.1c des Forschungszentrums für Umweltpolitik, Ihnestraße 22, 14195 Berlin statt.


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